Evangelikale & Pfingstkirchen Statistik Tabelle: Mitgliederentwicklung & Neugründungen freikirchlicher Gemeinden 2026

Evangelikale Freikirchen und Pfingstgemeinden bilden einen vielfältigen Teil der christlichen Landschaft in Deutschland. Anders als bei der katholischen Kirche oder der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt es jedoch keine einheitliche Mitgliederstatistik für „die Evangelikalen“. Der Begriff beschreibt keine einzelne Kirche, sondern eine theologische und kirchliche Strömung, die sich über verschiedene Freikirchen, Gemeindebünde und Netzwerke erstreckt.

Für eine statistische Betrachtung eignen sich deshalb insbesondere die Daten einzelner Verbände. Besonders umfangreiche aktuelle Zahlen liegen für den Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), den Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) und den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) vor.

Evangelikale und Pfingstkirchen in Deutschland 2026

Die Größenordnungen unterscheiden sich je nach Verband erheblich. Der BFP meldet zum 1. Januar 2026 insgesamt 1.119 Gemeinden, darunter 607 Hauptgemeinden, 140 Zweiggemeinden und 126 weitere Standorte. Hinzu kommen 206 als Gemeindeneugründungen ausgewiesene Gemeinden beziehungsweise Standorte in der Statistik. Insgesamt zählte der BFP 2026 82.717 Mitglieder. (BFP)

Die EKD weist für die verschiedenen evangelischen Freikirchen zusammen eine Größenordnung von rund 298.000 Mitgliedern aus. Dabei handelt es sich um die Mitglieds- und Gastmitgliedskirchen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), nicht um eine Statistik sämtlicher evangelikaler Christen in Deutschland. (EKD)

Statistik: Freikirchliche Verbände im Vergleich

Verband / Bereich Gemeinden Mitglieder Stand
Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) 1.119 82.717 01.01.2026
Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) 504 40.933 31.12.2025
Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) 759 71.199 31.12.2025
Evangelische Freikirchen insgesamt* – ca. 298.000 31.12.2025

*Mitglieds- und Gastmitgliedskirchen der VEF; nicht mit „Evangelikalen insgesamt“ gleichzusetzen. Die Verbandszahlen sind außerdem aufgrund unterschiedlicher Zählweisen nicht unmittelbar addierbar. (EKD)

BFP: Starkes Wachstum bei Gemeinden und Mitgliedern

Besonders deutlich lässt sich die Entwicklung bei den Pfingstgemeinden des BFP über einen längeren Zeitraum verfolgen.

1996 hatte der Bund insgesamt 409 Gemeinden und 28.000 Mitglieder. 2010er-Jahre setzte sich das Wachstum fort. 2019 wurden bereits 836 Gemeinden und 62.872 Mitglieder ausgewiesen. 2024 waren es 966 Gemeinden und 67.455 Mitglieder.

Zum 1. Januar 2026 stieg die Zahl auf 1.119 Gemeinden und 82.717 Mitglieder. Damit hat sich die Mitgliederzahl gegenüber 1996 nahezu verdreifacht. (BFP)

BFP Mitgliederentwicklung Tabelle

Jahr Gemeinden Mitglieder Erreichte Kinder/Jugendliche
1996 409 28.000 10.500
2000 493 34.500 12.500
2004 574 39.500 13.500
2009 729 44.102 16.038
2013 783 48.988 23.322
2015 778 51.896 24.380
2017 820 56.275 25.674
2019 836 62.872 22.906
2022 872 64.807 21.696
2024 966 67.455 24.657
2026 1.119 82.717 30.451

Quelle: BFP-Statistikerhebung. Der BFP definiert Mitglieder als glaubensgetaufte und aktive Gemeindemitglieder. (BFP)

Gemeindeneugründungen im BFP

Ein besonders interessanter Bestandteil der Statistik sind die Gemeindeneugründungen. 2009 wurden 98 Gemeindeneugründungen ausgewiesen. 2013 waren es 115, 2019 bereits 101 und 2022 116.

2024 stieg die Zahl auf 140 Gemeindeneugründungen. Zum 1. Januar 2026 weist der BFP schließlich 206 Gemeindeneugründungen aus. Gleichzeitig erhöhte sich die Gesamtzahl der Gemeinden von 966 auf 1.119. (BFP)

Tabelle: BFP-Gemeindeentwicklung

Jahr Gesamtzahl Gemeinden Gemeindeneugründungen
2009 729 98
2011 757 110
2013 783 115
2015 778 90
2017 820 98
2019 836 101
2022 872 116
2024 966 140
2026 1.119 206

Die Kategorien haben sich im Laufe der Jahre teilweise verändert. Deshalb sollte die Tabelle als Entwicklung der BFP-Statistik und nicht als vollständig identische Zeitreihe aller Gemeindeformen interpretiert werden. (BFP)

Gemeinden anderer Sprache und Herkunft gewinnen an Bedeutung

Ein weiterer auffälliger Faktor ist die zunehmende Internationalisierung. 2009 waren im BFP 233 von 729 Gemeinden beziehungsweise rund 32 Prozent Gemeinden anderer Sprache und Herkunft.

2024 lag dieser Anteil bereits bei 399 von 966 Gemeinden. Zum 1. Januar 2026 weist der BFP 502 Gemeinden anderer Sprache und Herkunft aus. Das entspricht 44,9 Prozent aller 1.119 Gemeinden. (BFP)

Damit ist die Entwicklung freikirchlicher Pfingstgemeinden in Deutschland nicht ausschließlich durch deutschsprachige Neugründungen geprägt. Internationale und migrantische Gemeinden stellen einen wachsenden Bestandteil des Verbandes dar.

Freie evangelische Gemeinden: Mitgliederentwicklung 2026

Auch beim Bund Freier evangelischer Gemeinden zeigt sich eine interessante Entwicklung. Zum 31. Dezember 2025 gehörten 504 Gemeinden mit 40.933 Mitgliedern zum Bund FeG. Die Statistik wurde im August 2026 veröffentlicht. (VEF)

Nach Angaben der Vereinigung Evangelischer Freikirchen konnte die FeG damit die während der Corona-Pandemie entstandene rückläufige Entwicklung bei den Mitgliedern wieder ausgleichen.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Taufen. Innerhalb von vier Jahren stieg die Zahl der Taufgottesdienste von 554 auf 822. Die Zahl der Täuflinge erhöhte sich von 1.491 auf 2.624, was einem Anstieg von rund 76 Prozent entspricht. (VEF)

FeG Statistik Tabelle

Kennzahl Entwicklung
Gemeinden 2025 504
Mitglieder 2025 40.933
Taufgottesdienste 822
Täuflinge 2.624
Entscheidungen für den Glauben im zweijährigen Auswertungszeitraum ca. 2.700

Quelle: Vereinigung Evangelischer Freikirchen / Bund FeG. (VEF)

Gemeindegründungen bei der FeG

Die Gründung neuer Gemeinden ist ebenfalls ein Schwerpunkt des Bundes Freier evangelischer Gemeinden. Die FeG bezeichnet Gemeindegründung ausdrücklich als einen wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit.

Die durchschnittliche Größe einer FeG ist nach Angaben des Verbandes in den vergangenen sechs Jahren von 84 auf etwas mehr als 81 Mitglieder zurückgegangen. Als Grund wird unter anderem die steigende Zahl neu gegründeter Gemeinden genannt: Neue Gemeinden starten häufig mit kleineren Gruppen und entwickeln sich anschließend weiter. (VEF)

Damit zeigt sich ein wichtiger Unterschied zu einer Statistik, die ausschließlich Mitglieder zählt: Eine steigende Zahl von Gemeinden kann parallel zu einer zunächst nur langsam steigenden oder sogar stagnierenden durchschnittlichen Gemeindegröße auftreten.

Baptisten und Brüdergemeinden: BEFG

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) umfasst vor allem Baptisten- und Brüdergemeinden. Für den 31. Dezember 2025 weist die aktuelle Mitgliederstatistik 71.199 Mitglieder in 759 Gemeinden aus. Darunter befinden sich 9.021 Mitglieder in Brüdergemeinden. (BEFG)

Für 2025 wurden außerdem 1.714 Taufen registriert, davon 210 in Brüdergemeinden. (BEFG)

Die Statistik des BEFG zeigt zugleich, dass Gottesdienstbesucherzahlen nach eigenen Zähltagen erhoben werden. Für 2026 waren unter anderem Invocavit, Karfreitag, Erntedank, der 1. Advent und Heiligabend als Zähltage vorgesehen. Die entsprechenden Ergebnisse werden erst mit dem Folgejahr ausgewertet. (BEFG)

Tabelle: Drei wichtige freikirchliche Verbände

Verband Mitglieder Gemeinden Taufen / Täuflinge Datenstand
BFP 82.717 1.119 – 01.01.2026
FeG 40.933 504 2.624 Täuflinge 31.12.2025
BEFG 71.199 759 1.714 Taufen 31.12.2025

Die Zahlen sind wegen unterschiedlicher Erhebungsmethoden nur eingeschränkt direkt vergleichbar. Insbesondere unterscheiden sich Definitionen von Mitgliedschaft, Gemeinde, Taufe und Stichtag. (BFP)

Wie viele Evangelikale gibt es in Deutschland?

Eine exakte Zahl der Evangelikalen in Deutschland lässt sich statistisch nicht angeben. Das liegt vor allem daran, dass „evangelikal“ keine einheitliche Kirchenmitgliedschaft bezeichnet.

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) versteht sich beispielsweise als Netzwerk von Christen aus unterschiedlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen. Sie verfügt nach eigenen Angaben über etwa 900 örtliche Allianzen und mehr als 380 verbundene Werke und Organisationen. (Evangelische Allianz)

Die Zahl der örtlichen Allianzgruppen ist deshalb nicht mit der Zahl evangelikaler Christen gleichzusetzen.

Auch die EKD verwendet eine separate Kategorie für evangelische Freikirchen. Für Ende 2025 nennt sie rund 298.000 Mitglieder in Mitglieds- und Gastmitgliedskirchen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen. (EKD)

Pfingstkirchen als wachsender Teil der Freikirchen

Die aktuellen BFP-Zahlen zeigen eine deutliche Ausweitung der organisatorischen Strukturen. Zwischen 2019 und 2026 stieg die Zahl der BFP-Gemeinden von 836 auf 1.119. Gleichzeitig erhöhte sich die Mitgliederzahl von 62.872 auf 82.717. (BFP)

Auch die Zahl der Menschen, die durch Gottesdienste und Gemeindearbeit erreicht werden, ist laut BFP gestiegen. 2026 wurden 158.323 Besucher beziehungsweise erreichte Personen ausgewiesen, gegenüber 114.053 im Jahr 2024. Bei diesen Werten handelt es sich um die BFP-eigene Statistik und nicht um eine bundesweite Besucherstatistik aller Pfingstgemeinden. (BFP)

Neugründungen und Migration

Die Entwicklung der BFP-Zahlen macht außerdem sichtbar, wie stark internationale Gemeinden zur freikirchlichen Landschaft beitragen. Von den 1.119 BFP-Gemeinden im Jahr 2026 waren 502 Gemeinden anderer Sprache und Herkunft. Das entspricht knapp 45 Prozent. (BFP)

Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der religiösen Vielfalt Deutschlands. Freikirchliche Gemeinden können dabei unterschiedliche sprachliche und kulturelle Gruppen ansprechen. Eine einzelne nationale Statistik erfasst diese Vielfalt allerdings nur unvollständig.

Quellen und offizielle Statistiken

Für weiterführende Recherchen sind insbesondere die Veröffentlichungen der jeweiligen Verbände interessant:

Fazit: Evangelikale & Pfingstkirchen Statistik 2026

Die verfügbaren Daten zeigen, dass sich die freikirchliche Landschaft in Deutschland nicht einheitlich entwickelt. Während die großen Landeskirchen seit Jahren Mitglieder verlieren, weisen einzelne evangelikale und pfingstkirchliche Verbände eine andere Entwicklung auf.

Besonders deutlich ist dies beim Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden: Von 409 Gemeinden im Jahr 1996 stieg die Zahl auf 1.119 im Jahr 2026. Die Mitgliederzahl erhöhte sich im selben Zeitraum von 28.000 auf 82.717. Gleichzeitig nahm die Bedeutung von Gemeinden anderer Sprache und Herkunft deutlich zu. (BFP)

Auch die Freien evangelischen Gemeinden melden für 2025 wieder 40.933 Mitglieder in 504 Gemeinden sowie einen deutlichen Anstieg bei den Taufen. (VEF)

Für 2026 bleibt deshalb vor allem die weitere Entwicklung von Gemeindeneugründungen, Mitgliederzahlen, Taufen und internationalen Gemeinden interessant. Eine Gesamtstatistik aller Evangelikalen ist jedoch weiterhin nicht möglich, weil Evangelikalismus ein über verschiedene Kirchen und Gemeindebünde verteiltes Spektrum und keine einheitliche Mitgliederorganisation ist.

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