Kirchliche Taufen, Hochzeiten & Konfirmationen Tabelle: Entwicklung der Amtshandlungen im Zeitverlauf 2026

Kirchliche Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Konfirmationen gehören zu den wichtigsten statistisch erfassten Formen kirchlichen Lebens in Deutschland. Ihre Entwicklung zeigt, wie häufig Menschen die Kirchen bei wichtigen Lebensstationen einbeziehen. Gleichzeitig spiegeln die Zahlen die langfristig sinkenden Mitgliederzahlen, demografische Veränderungen und veränderte gesellschaftliche Gewohnheiten wider.

Für das Jahr 2026 liegen bei den großen Kirchen noch nicht für alle Bereiche vollständige Jahresstatistiken vor. Die aktuellsten umfassenden Jahresdaten beziehen sich auf 2025 bei der katholischen Kirche und auf 2024 bei den evangelischen Amtshandlungen. Die entsprechenden Statistiken wurden 2026 veröffentlicht. (DBK)

Was sind kirchliche Amtshandlungen?

Unter Amtshandlungen werden insbesondere Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Bestattungen verstanden. Bei der evangelischen Kirche werden diese sogenannten Kasualien in der offiziellen Statistik regelmäßig erfasst. Die EKD stellt die Daten nach Landeskirchen und Bundesländern sowie als Zeitreihen zur Verfügung. (EKD)

Bei der katholischen Kirche gehören Taufen, Erstkommunionen, Firmungen und Trauungen zu den zentralen statistischen Angaben zum kirchlichen Leben.

Ein direkter Vergleich zwischen katholischer und evangelischer Kirche ist allerdings nicht bei jeder Amtshandlung möglich: Die Konfirmation ist eine evangelische Amtshandlung, während in der katholischen Kirche die Firmung eine vergleichbare wichtige Station der religiösen Entwicklung darstellt.

Kirchliche Taufen Deutschland: Entwicklung im Zeitverlauf

Bei den katholischen Taufen zeigt sich langfristig ein deutlicher Rückgang. 2019 wurden noch 159.043 Menschen katholisch getauft. Im Corona-Jahr 2020 sank die Zahl auf 104.610. Danach folgte zunächst eine Erholung auf 141.992 Taufen 2021 und 155.173 im Jahr 2022. Seitdem ging die Zahl wieder zurück. 2024 wurden 116.274 katholische Taufen registriert, 2025 waren es vorläufig 109.028. (DBK)

Tabelle: Katholische Taufen und Trauungen

Jahr Taufen Kirchliche Trauungen
2019 159.043 38.537
2020 104.610 11.018
2021 141.992 20.140
2022 155.173 35.467
2023 131.245 27.565
2024 116.274 22.513
2025 109.028 19.478

Quelle: Deutsche Bischofskonferenz. Die Zahlen für 2025 sind vorläufig. (DBK)

Besonders auffällig ist das Jahr 2020. Die Corona-Pandemie führte damals zu starken Einschränkungen bei Gottesdiensten und Feiern. Bei den katholischen Trauungen sank die Zahl von 38.537 im Jahr 2019 auf lediglich 11.018 im Jahr 2020. In den folgenden Jahren erholte sich die Zahl, erreichte aber 2025 mit 19.478 nicht mehr das Niveau von 2019. (DBK)

Evangelische Taufen und Trauungen

Auch die evangelische Kirche verzeichnet langfristig weniger Amtshandlungen. Nach Angaben der EKD wurden 2024 insgesamt 113.586 Menschen evangelisch getauft. Darunter waren 103.072 Kindertaufen und 10.514 Taufen von Menschen ab 14 Jahren. (EKD)

Bei den evangelischen Trauungen wurden 2024 23.731 kirchliche Trauungen gezählt. 2019 hatte die Zahl noch bei 38.115 gelegen. Die EKD weist damit ebenfalls auf einen langfristigen Rückgang hin. (EKD)

Tabelle: Evangelische Amtshandlungen

Jahr Taufen Konfirmationen Trauungen
2015 – – 44.197
2019 – – 38.115
2020 deutlich rückläufig deutlich rückläufig stark rückläufig
2021 – – –
2022 – – –
2023 ca. 125.000 ca. 129.000 ca. 28.000
2024 113.586 125.199 23.731

Die EKD veröffentlicht die detaillierten Zeitreihen in ihrer Statistik über die Äußerungen des kirchlichen Lebens. Für 2024 sind die vollständigen Zahlen zu Taufen, Konfirmationen und Trauungen verfügbar. (EKD)

Konfirmationen: weiterhin wichtige kirchliche Station

Die Konfirmation ist insbesondere für die evangelische Kirche eine wichtige Amtshandlung. Sie findet normalerweise im Jugendalter statt und markiert das persönliche Bekenntnis zum christlichen Glauben.

2024 wurden nach der EKD-Statistik 125.199 Jugendliche konfirmiert. Die Zahl liegt damit deutlich über der Zahl der evangelischen Trauungen und ungefähr auf dem Niveau der evangelischen Taufen. (EKD)

Auch 2026 spielt die Konfirmation weiterhin eine wichtige Rolle. Eine im Mai 2026 veröffentlichte EKD-Auswertung kommt zu dem Ergebnis, dass sich unter den evangelisch getauften Jugendlichen weiterhin etwa vier von fünf für eine Konfirmation entscheiden. Gleichzeitig weist die EKD darauf hin, dass die absolute Zahl der Konfirmationen aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen langfristig zurückgegangen ist. (EKD)

Taufen, Hochzeiten und Konfirmationen im Vergleich

Die drei Amtshandlungen erfüllen unterschiedliche Funktionen und sollten deshalb nicht ausschließlich anhand ihrer absoluten Zahlen miteinander verglichen werden.

Taufen finden überwiegend im Kindesalter statt. Bei der evangelischen Kirche entfielen 2024 mehr als 90 Prozent der Taufen auf Kinder bis zum 14. Lebensjahr. (EKD)

Kirchliche Trauungen hängen dagegen stark davon ab, wie viele Paare überhaupt kirchlich heiraten möchten und welche Voraussetzungen für eine kirchliche Trauung erfüllt sind.

Konfirmationen betreffen eine bestimmte Altersgruppe. Deshalb hängt ihre Entwicklung besonders von der Zahl der evangelisch getauften Jugendlichen und der Größe der jeweiligen Jahrgänge ab.

Warum gehen die Zahlen langfristig zurück?

Ein wichtiger Faktor ist die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder. Ende 2025 gehörten rund 17,4 Millionen Menschen einer evangelischen Landeskirche an. Die katholische Kirche zählte 2025 rund 19,2 Millionen Mitglieder. (EKD)

Dadurch verändert sich auch die statistische Grundlage für Taufen, Konfirmationen und Trauungen. Weniger Kirchenmitglieder bedeuten langfristig weniger Kinder, Jugendliche und Paare, die grundsätzlich für eine kirchliche Amtshandlung infrage kommen.

Hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungen. Die Zahl der Menschen, die außerhalb kirchlicher Strukturen aufwachsen, nimmt zu. Gleichzeitig entscheiden sich manche Familien für eine spätere Taufe oder verzichten vollständig darauf.

Corona-Jahre verzerren den Zeitvergleich

Bei der Betrachtung der Statistik sollte insbesondere 2020 und teilweise 2021 mit Vorsicht interpretiert werden. Die Pandemie führte zu Einschränkungen bei Gottesdiensten und privaten Feiern. Das lässt sich beispielsweise an den katholischen Trauungen besonders deutlich erkennen: 2020 wurden nur 11.018 kirchliche Trauungen registriert, während es 2019 noch 38.537 waren. (DBK)

Auch bei Taufen und Konfirmationen kam es zu Verschiebungen. Ein Teil der ausgefallenen Feiern wurde anschließend nachgeholt. Deshalb eignet sich ein Vergleich über mehrere Jahre besser als die Betrachtung eines einzelnen Jahres.

Aktuelle Entwicklung 2026

Für 2026 selbst gibt es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine vollständige Jahresbilanz der kirchlichen Amtshandlungen. Die jüngsten verfügbaren Zahlen zeigen jedoch bereits die langfristige Entwicklung.

Bei der katholischen Kirche gingen die Taufen von 159.043 im Jahr 2019 auf vorläufig 109.028 im Jahr 2025 zurück. Die kirchlichen Trauungen sanken im gleichen Zeitraum von 38.537 auf 19.478. (DBK)

Bei der evangelischen Kirche wurden 2024 113.586 Taufen, 125.199 Konfirmationen und 23.731 Trauungen registriert. Gegenüber den Jahren vor der Pandemie liegen insbesondere die Trauungszahlen deutlich niedriger. (EKD)

Offizielle Quellen und weitere Statistiken

Die umfangreichsten Daten zur evangelischen Kirche finden sich in der offiziellen EKD-Statistik über die Äußerungen des kirchlichen Lebens. Dort können unter anderem Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Bestattungen nach Jahren, Landeskirchen und Bundesländern ausgewertet werden. (EKD)

Für die katholische Kirche bietet die Deutsche Bischofskonferenz – Kirchliche Statistik umfangreiche Zeitreihen. Der Statistische Bistumsatlas ermöglicht zusätzlich die regionale Betrachtung von Taufen, Trauungen, Firmungen und weiteren kirchlichen Kennzahlen. (DBK)

Fazit

Die Statistik der kirchlichen Amtshandlungen zeigt über einen längeren Zeitraum eine rückläufige Entwicklung. Besonders deutlich ist dies bei Taufen und kirchlichen Trauungen. Die Konfirmation bleibt innerhalb der evangelischen Kirche eine wichtige Amtshandlung, auch wenn ihre absolute Zahl durch die kleinere Mitgliederbasis langfristig zurückgeht.

Für 2026 sind vor allem die vollständigen Jahresdaten interessant, die später von EKD und Deutscher Bischofskonferenz veröffentlicht werden. Sie werden zeigen, ob sich die in den vergangenen Jahren beobachteten Entwicklungen bei Taufen, Trauungen und Konfirmationen fortsetzen.

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