
Katholische Orden haben in Deutschland eine lange Tradition. Seit dem frühen Mittelalter prägen sie das religiöse, soziale und kulturelle Leben. Bis heute engagieren sich Ordensgemeinschaften in Bildung, Pflege, Seelsorge, sozialer Arbeit, Wissenschaft und Spiritualität. Trotz gesellschaftlicher Veränderungen bleiben sie ein wertvoller Teil der Kirche – oft still, aber wirkungsvoll.
Was ist ein Orden?
Ein Orden ist eine Gemeinschaft von Frauen oder Männern, die nach bestimmten geistlichen Regeln leben. Charakteristisch sind:
- Gemeinschaftliches Leben
- Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam (evangelische Räte)
- Ein bestimmter geistlicher Schwerpunkt
- Eigene Traditionen und Kleidung (Habite)
Ordensmitglieder heißen Ordensschwestern, Ordensbrüder, Mönche, Nonnen oder – bei Priestergemeinschaften – Ordenspriester.
Historische Wurzeln katholischer Orden
Viele Orden entstanden im Laufe der Jahrhunderte aus gesellschaftlichen und spirituellen Erneuerungsbewegungen:
- Mittelalter: Benediktiner, Zisterzienser, Franziskaner, Dominikaner
- Neuzeit: Jesuiten, Kapuziner, Ursulinen
- Moderne: Caritas-Schwestern, Schulorden, Missionsorden
Sie gründeten Klöster, Schulen, Hospitäler, Universitäten – viele bis heute bedeutsam.
Wichtige katholische Orden in Deutschland
Benediktiner
Eine der ältesten Ordensfamilien. Sie leben nach dem Motto „Ora et labora – Bete und arbeite“.
Benediktinische Klöster sind Orte der Stille, Bildung und Gastfreundschaft.
Zisterzienser
Reformbewegung der Benediktiner. Bekannt für schlichte Architektur und kontemplatives Leben.
Franziskaner
Leben in Einfachheit und im Dienst an den Armen. Große Präsenz in Seelsorge und Sozialarbeit.
Kapuziner
Ein Zweig der Franziskaner mit starker Volksseelsorge und sozialem Engagement.
Dominikaner
Predigerorden, mit Schwerpunkt auf Bildung, Wissenschaft und Verkündigung.
Jesuiten (Societas Jesu)
Stark in Bildung, Spiritualität (Exerzitien) und intellektueller Arbeit. Leiten weltweit Schulen und Hochschulen.
Salesianer Don Boscos
Jugendorden mit Fokus auf Erziehung, Pädagogik und Sozialarbeit.
Frauengemeinschaften (Schwesternorden)
Sehr vielfältig, z. B.:
- Barmherzige Schwestern
- Franziskanerinnen
- Ursulinen
- Elisabethschwestern
Sie prägten maßgeblich die Krankenpflege, Bildung und soziale Einrichtungen.
Was tun katholische Orden heute?
Trotz kleiner werdender Mitgliedszahlen sind viele Orden weiterhin sehr aktiv:
- Krankenhäuser & Hospize
- Kinderheime & Schulen
- Spiritualität & Exerzitien
- Mission & Entwicklungszusammenarbeit
- Klosterbetriebe (Gärten, Imkerei, Verlage, Gästehäuser)
- Seelsorge in Gemeinden, Hochschulen, Gefängnissen
Viele Klöster bieten Retreats, Exerzitien, Atempause-Tage oder Urlaub im Kloster an – sehr gefragt in unserer schnelllebigen Zeit.
Klosterleben heute – zwischen Tradition und Erneuerung
Der demografische Wandel stellt Orden vor Herausforderungen. Viele Gemeinschaften:
- öffnen sich für neue Formen des Zusammenlebens,
- kooperieren mit Laiengemeinschaften,
- bieten spirituelle Angebote für Suchende,
- entwickeln nachhaltige Wirtschaftsmodelle.
Gleichzeitig bleibt die Sehnsucht nach Einfachheit, Stille und Sinn ein Grund, warum Menschen auch heute noch in Orden eintreten.
Wir merken uns: Spirituelle Vielfalt mit langer Tradition
Katholische Orden in Deutschland sind weit mehr als historische Relikte.
Sie sind lebendige Orte von:
- Glaube
- Gemeinschaft
- Dienst am Menschen
- Kultur & Bildung
- Spiritualität
Ihr Beitrag reicht von Krankenpflege bis Universitätslehre, von Jugendarbeit bis Klosterhandwerk – und schenkt vielen Menschen Orientierung und Unterstützung im Alltag.
Katholische Orden – Eine umfangreiche Liste geistlicher Gemeinschaften
Katholische Orden haben eine reiche Tradition und prägen bis heute das geistliche, soziale und kulturelle Leben. Weltweit existieren Hunderte Gemeinschaften, in Deutschland mehrere Dutzend.
Die folgenden Listen geben einen Überblick über die bekanntesten Orden der katholischen Kirche, geordnet nach Ordensfamilien.
Monastische Orden (Kontemplativ – klösterlich geprägt)
Benediktinische Familie
- Benediktiner (OSB)
- Zisterzienser (OCist)
- Trappisten / Zisterzienser der strengen Observanz (OCSO)
- Benediktinerinnen (verschiedene Kongregationen)
- Zisterzienserinnen
Kartäuser
- Kartäuserorden (OCarm) – streng kontemplativ
Bettelorden (Armut, Predigt und Seelsorge)
Franziskanische Familie
- Franziskaner (OFM)
- Franziskaner-Minoriten (OFMConv)
- Kapuziner (OFMCap)
- Klarissen (OSC)
- Franziskanerinnen (verschiedene Gemeinschaften)
Dominikanische Familie
- Dominikaner (OP)
- Dominikanerinnen
- Terziare des Dominikanerordens
Karmeliten
- Karmeliten (OCarm)
- Unbeschuhte Karmeliten (OCD)
- Karmelitinnen
Priester-, Missions- und Bildungsorden
Jesuiten
- Societas Jesu (SJ)
Fokus: Bildung, Spiritualität, Wissenschaft
Salesianer Don Boscos (SDB)
Schwerpunkt: Jugendbildung und Sozialarbeit
Redemptoristen (CSsR)
Mission, Volksseelsorge
Steyler Missionare (SVD)
Internationale Missionsarbeit
Pallottiner (SAC)
Apostolat und Gemeindeaufbau
Spiritaner (CSSp)
Mission in Afrika und weltweit
Marianisten (SM)
Bildung, Erziehung, pastorale Arbeit
Schwesternorden & karitative Gemeinschaften
Pflege, Soziales, Bildung
- Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul
- Ursulinen – starker Bildungsauftrag
- Elisabethschwestern
- Borromäerinnen
- Steyler Missionsschwestern (SSpS)
- Franziskanerinnen verschiedener Kongregationen
- Schulschwestern Unserer Lieben Frau
Diese Orden prägten über Jahrhunderte Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen und soziale Dienste.
Weitere wichtige Orden & Gemeinschaften
- Brüder der christlichen Schulen (De La Salle)
- Malteserorden (Souveräner Malteserorden MSM)
- Johanniterorden (katholische Zweige: z. B. Orden vom Hl. Johannes)
- Augustiner (OSA)
- Kreuzorden (OC)
Warum so viele Orden?
Jeder Orden entstand aus einem besonderen geistlichen Impuls:
- Suche nach Stille – Benediktiner, Kartäuser
- Bedürfnis nach Armut & Einfachheit – Franziskaner
- Fokus auf Predigt & Bildung – Dominikaner, Jesuiten
- Mission & Seelsorge – Redemptoristen, Steyler Missionare
- Krankenpflege & Hilfe – viele Schwesternorden
Diese Vielfalt ist auch heute noch ein Reichtum der Kirche.
Wir merken uns
Die Liste katholischer Orden zeigt die beeindruckende Bandbreite geistlicher Lebensformen – von stillen kontemplativen Klöstern bis zu aktiven Missions- und Sozialgemeinschaften.
Jeder Orden trägt auf seine Weise zu Kirche, Gesellschaft und Kultur bei.
Strenge katholische Orden – Leben zwischen Stille, Disziplin und Spiritualität
In der katholischen Kirche gibt es zahlreiche Orden, die sich durch eine besonders strenge, kontemplative oder asketische Lebensweise auszeichnen. Sie folgen einer radikalen Form der Christusnachfolge: mit Schweigen, Enthaltsamkeit, Gebet, Einfachheit und häufig weitgehender Abgeschiedenheit vom modernen Alltag.
Strenge Orden gehören zu den ältesten Traditionslinien der Kirche und faszinieren bis heute viele Menschen – durch ihre Tiefe, Klarheit und kompromisslose Ausrichtung auf das Gebet.
Was macht einen Orden „streng“?
Ein Orden gilt als streng, wenn er besonders großen Wert legt auf:
- kontemplatives Leben (Gebet, Meditation, Stille)
- strikte Tagesstruktur
- Gemeinschaftliches Leben in Abgeschiedenheit
- Askese (einfaches Essen, wenig Besitz, reduzierter Lebensstil)
- Schweigezeiten oder Schweigegebote
- strenge Observanz (Ordensregel wird konsequent befolgt)
Ziel ist nicht Härte um der Härte willen, sondern eine klare Ausrichtung auf Gott – frei von Ablenkungen.
Die bekanntesten strengen katholischen Orden
Kartäuser (Orden der Kartäuser – OCart)
Einer der strengsten Orden der Welt.
Kennzeichen:
- Fast vollständiges Schweigen
- Leben in Einzelzellen (mönchliche Einsiedelei)
- Sehr eingeschränkter Kontakt zur Außenwelt
- Tägliche lange Gebets- und Meditationszeiten
- Große Einfachheit in allen Bereichen
Die Kartäuser gelten als Inbegriff des kontemplativen Ordenslebens.
Trappisten / Trappistinnen (Zisterzienser der strengen Observanz – OCSO)
Ein Reformzweig der Zisterzienser. Die Trappisten leben:
- nach der Benediktsregel
- mit viel Schweigen („ora et labora“)
- Arbeit in Klosterbetrieben (Käse, Bier, Landwirtschaft)
- sehr schlichte Liturgie
- Rückzug vom Weltgeschehen
Bekannt sind ihre klösterlichen Produkte – aber ihr Leben bleibt dennoch sehr zurückgezogen.
Klarissen (Ordo Sanctae Clarae – OSC)
Ein sehr strenger Frauenorden, gegründet von der heiligen Klara von Assisi.
Charakteristisch:
- Klausur (Leben innerhalb geschlossener Klostermauern)
- Einfachheit und Armut
- Regelmäßige Gebetszeiten
- Bescheidenheit und zurückhaltendes Leben
Einige Gemeinschaften leben bis heute in strenger Enthaltsamkeit.
Karmelitinnen des Alten Observanz / Unbeschuhte Karmeliten (OCD)
Sehr kontemplativ ausgerichtet.
Merkmale:
- viel Stille
- lange Gebetszeiten
- einfache Kleidung („unbeschuht“ = sandalenartig)
- wenig Kontakt zur Außenwelt
- strenge Klausur bei den Frauenklöstern
Berühmte Vertreterinnen: Teresa von Ávila, Theresia von Lisieux.
Benediktiner der strengen Observanz
Manche Benediktinerklöster pflegen eine besonders radikale Form der Regel des heiligen Benedikt.
Kennzeichen:
- Stille und Liturgie stehen im Mittelpunkt
- einfache Lebensweise
- radikale Gastfreundschaft bei gleichzeitigem Rückzug
- strukturierter Tagesablauf
Sie gelten als spirituelle Zentren.
Warum ziehen strenge Orden Menschen an?
Trotz – oder gerade wegen – ihres fordernden Lebensstils üben strenge Orden eine Faszination aus. Viele empfinden sie als:
- Orte echter Stille
- Gegenpol zur Reizüberflutung
- Räume für spirituelle Tiefe
- Zeugnis radikaler Glaubenspraxis
- Orte der Entschleunigung und Klarheit
Immer mehr Klöster öffnen Gästehäuser, in denen Menschen für einige Tage am klösterlichen Rhythmus teilnehmen können – ohne selbst Ordensmitglied zu werden.
Strenge Orden heute – Herausforderung und Inspiration
Viele Gemeinschaften haben heute nur noch wenige Mitglieder. Gleichzeitig gibt es ein wachsendes Interesse an:
- Meditation
- Achtsamkeit
- Rückzug
- spiritueller Einfachheit
Damit gewinnen kontemplative Klöster eine neue Bedeutung. Sie bieten etwas, das die moderne Gesellschaft kaum noch kennt: Tiefe, Stille und spirituelle Beständigkeit.
Wir merken uns
Strenge katholische Orden stehen für ein Leben, das ganz auf Gottes Gegenwart ausgerichtet ist – jenseits von Besitz, Lärm und Ablenkung.
Sie sind Hüter einer jahrhundertealten Spiritualität, die bis heute Menschen berührt und inspiriert.
Katholische Frauenorden – Eine Liste bedeutender Ordensgemeinschaften
Frauenorden prägen seit Jahrhunderten das kirchliche Leben. Sie haben Schulen gegründet, Krankenhäuser aufgebaut, soziale und pastorale Aufgaben übernommen – oft lange bevor staatliche Strukturen existierten.
Die folgenden Listen geben einen Überblick über bekannte katholische Frauenorden, ihre Schwerpunkte und spirituellen Traditionen.
Kontemplative Frauenorden (besonders klösterlich & zurückgezogen)
Diese Orden leben meist in strenger Klausur, mit Schwerpunkt auf Gebet, Stille und geistlicher Tiefe.
Klarissen (OSC)
- Gegründet von der hl. Klara von Assisi
- Strenge Armut, kontemplatives Leben
Karmelitinnen – Unbeschuhte Karmelitinnen (OCD)
- Mystische Tradition nach Teresa von Ávila und Johannes vom Kreuz
- Lange Gebetszeiten, strenge Klausur
Zisterzienserinnen / Trappistinnen (OCSO)
- Streng klösterliche Observanz
- „Ora et labora“ – Gebet und Arbeit
Benediktinerinnen (OSB)
- Leben nach der Regel des hl. Benedikt
- Stille, Rhythmus, liturgisches Gebet
Klarissen-Kapuzinerinnen
- Reformzweig der Klarissen
- Starke Armutstradition, strenge Klausur
Apostolische Frauenorden (aktiv in Schule, Pflege, Mission)
Diese Orden verbinden Gebet und geistliches Leben mit aktiver Tätigkeit in der Welt.
Ursulinen
- Eine der ältesten weiblichen Bildungsorden
- Schwerpunkt: Mädchen- und Frauenbildung
Franziskanerinnen (verschiedene Kongregationen)
- Vielfältige soziale, pastorale und pflegerische Aufgaben
- Orientierung an franziskanischer Einfachheit
Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul
- Starke soziale Ausrichtung
- Krankenpflege, Armenfürsorge
Elisabethschwestern
- Engagement in Krankenhäusern, Hospizen und Sozialarbeit
Borromäerinnen
- Pflege, Krankenhausarbeit, Betreuung von Bedürftigen
Schulschwestern Unserer Lieben Frau (SSND)
- International bekannt für Bildungsarbeit
- Schulen, Internate, Sozialprojekte weltweit
Steyler Missionsschwestern (SSpS)
- Stark in internationaler Missionsarbeit
- Soziales Engagement, Bildung, Gesundheitsdienst
Arme Schulschwestern von Unserer Lieben Frau
- Schwerpunkt: Erziehung, Bildung, Jugendarbeit
Josefschwestern (verschiedene Zweige)
- Krankenpflege, Pastoral, Bildung
Missions- und Entwicklungsorden
Weiße Schwestern (MMB)
- Afrikamission, interkulturelle Frauenprojekte
- Gesundheit, Bildung, Sozialarbeit
Franziskaner-Missionsschwestern von Maria (FMM)
- Weltweites Engagement für Menschen in Not
Kongregation der Dienerinnen des Heiligen Geistes der ewigen Anbetung (SSpSAP)
- Verbinden Anbetung und missionarischen Geist
Krankenpflege- und Sozialorden
Vinzentinerinnen (Töchter der christlichen Liebe)
- Starker Fokus auf Armen- und Krankenpflege
Caritas-Schwestern (verschiedene Gemeinschaften)
- Trägerinnen vieler sozialer Einrichtungen
Hedwigschwestern
- Einsatz in Pflege, Betreuung und Pastoral
Warum so viele Frauenorden?
Frauenorden entstanden aus verschiedenen geistlichen Impulsen:
- Armut und Einfachheit (franziskanisch)
- Kontemplation und Mystik (karmelitisch, zisterziensisch)
- Bildung und Erziehung (ursulinisch, Schulschwestern)
- Pflege und Barmherzigkeit (vinzentinisch)
- Mission und Entwicklungshilfe (Steyler Missionsschwestern, Weiße Schwestern)
Sie trugen entscheidend zur sozialen Infrastruktur Europas bei – weit vor modernen Wohlfahrtssystemen.
Wir merken uns
Katholische Frauenorden sind vielfältig: von strengen kontemplativen Klöstern bis hin zu Mission, Bildung, Pflege und sozialem Engagement.
Sie bilden eine wesentliche Säule kirchlicher und gesellschaftlicher Arbeit – damals wie heute.
Konservative katholische Orden – Tradition, Spiritualität und Beständigkeit
In der katholischen Kirche gibt es eine große Vielfalt an Ordensgemeinschaften. Einige von ihnen sind besonders traditionsbewusst, leben eine ausgeprägte geistliche Disziplin und orientieren sich eng an klassischen Formen katholischer Spiritualität und Liturgie. Diese Gemeinschaften werden häufig als konservative Orden bezeichnet – im Sinne von:
- liturgisch traditionell,
- geistlich anspruchsvoll,
- stark an der überlieferten Ordensregel orientiert,
- mit klarem katholischem Werteverständnis.
Dabei ist „konservativ“ kein offizieller kirchlicher Begriff, sondern beschreibt eher die geistliche Ausrichtung.
Was kennzeichnet konservative katholische Orden?
Konservativ ausgerichtete Orden legen besonderen Wert auf:
- Treue zur Tradition (Regel, liturgische Praxis, geistliche Übungen)
- feste klösterliche Tagesstruktur (Gebetszeiten, Stille, gemeinsames Leben)
- Askese und innere Sammlung
- klassische geistliche Literatur
- Eucharistische Anbetung
- starke kirchliche Identität
- teils Lateinliturgie oder gregorianischer Choral
Viele konservative Orden erleben seit Jahren sogar eine Zunahme an Berufungen, da Menschen wieder Stabilität, Tiefe und klare spirituelle Orientierung suchen.
Beispiele konservativer katholischer Orden
Nachfolgend findest du Orden, die allgemein als besonders traditionsverbunden gelten. Einige sind kontemplativ, andere kombiniert tätig oder missionarisch.
1. Benediktiner (OSB) – besonders traditionelle Klöster
Obwohl der Benediktinerorden insgesamt breit ist, gibt es viele sehr traditionelle Abteien, z. B.:
- Abtei Maria Laach (Deutschland)
- Abtei Fontgombault (Frankreich, sehr traditionsverbunden)
- Abtei Sainte-Madeleine du Barroux (Frankreich)
Sie pflegen oft Gregorianik, strenge Tagesstruktur und klassische Liturgie.
2. Zisterzienser und Trappisten (OCSO)
Trappisten gelten als besonders asketisch:
- Schweigezeiten
- Einfachheit
- harte Arbeit (ora et labora)
- kontemplative Ausrichtung
3. Kartäuser (OCart) – die wohl strengsten
Die Kartäuser sind berühmt für ein extrem zurückgezogenes Leben:
- fast vollständiges Schweigen
- Einsiedlerleben in der Gemeinschaft
- intensive Kontemplation
- sehr strenge Ordensdisziplin
Sie gelten als einer der konservativsten Orden überhaupt.
4. Karmelitinnen / Karmeliten – unbeschuht (OCD)
Ein Orden, der die Mystik pflegt und eine strenge Observanz lebt:
- inneres Gebet im Zentrum
- strenge Klausur bei den Frauen
- tiefe geistliche Tradition nach Teresa von Ávila und Johannes vom Kreuz
5. Franziskaner der Immakulata
Ein neuerer, aber stark traditioneller reformorientierter Zweig der franziskanischen Familie.
- starke Marienfrömmigkeit
- franziskanische Armut
- betont traditionelle Liturgie
6. Institut Christus König und Hohepriester (ICRSS)
Ein Kanonikerinstitut, das den klassischen römischen Ritus pflegt.
- feierliche Liturgie
- traditionelle Priesterkleidung
- geistliche Kunst und Schönheit als Schwerpunkt
7. Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP)
Eine Gemeinschaft von Priestern, die:
- ausschließlich die traditionelle Liturgie feiern
- in vielen Gemeinden wieder gregorianischen Gesang und alte Traditionen etablieren
8. Kleineres, aber traditionelles Umfeld
Weitere streng oder stark traditionsbewusste Gemeinschaften:
- Benediktinerinnen und Zisterzienserinnen streng observanter Klöster
- Monastische Gemeinschaften in Solesmes (Gregorianik-Tradition)
- Dominikanerinnen traditioneller Observanz
Warum suchen Menschen konservative Orden auf?
Viele Berufungen entstehen heute in konservativen Gemeinschaften, weil Menschen dort:
- Tiefe statt Oberflächlichkeit,
- Stille statt Stress,
- spirituelle Klarheit statt Beliebigkeit,
- dauerhafte Struktur,
- Traditionalität,
- und klare Identität
finden.
Diese Orden vermitteln das Gefühl, dass christliches Leben keine Mode ist, sondern eine gelebte, Jahrhunderte alte Tradition trägt.
Wir merken uns
Konservative katholische Orden stehen für:
- geistliche Tiefe,
- Stabilität und Kontinuität,
- eine Betonung des Überlieferten,
- sowie ein lebendiges, ernsthaftes Christentum.
Gerade in einer schnelllebigen Zeit erfahren sie eine erstaunliche neue Attraktivität.