In der Welt der Mythologie und Fantasy herrscht oft Verwirrung darüber, ob „Elben“ und „Elfen“ nun dasselbe sind oder nicht. Die kurze Antwort lautet: Sprachwissenschaftlich sind sie eng verwandt, doch in der modernen Literatur haben sie völlig unterschiedliche Rollen eingenommen.
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Hier ist der Überblick über die wesentlichen Unterschiede in Etymologie, Mythologie und Literatur.
1. Der etymologische Ursprung: „Alb“
Beide Begriffe haben dieselbe Wurzel. Sie gehen auf das althochdeutsche Wort „Alb“ (oder nordisch Alfar) zurück.
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Der Alb: Ursprünglich bezeichnete dies Naturgeister oder Lichtwesen. Interessanterweise steckt diese Wurzel heute noch im Wort „Albtraum“ – früher glaubte man, Elfen oder Alben würden sich nachts auf die Brust der Schlafenden setzen und so böse Träume verursachen.
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Die Trennung: Während sich im Englischen das Wort elf (Plural elves) durchsetzte, gab es im Deutschen eine Entwicklung zu Elbe oder Elb.
2. Der „Tolkien-Effekt“: Warum wir heute „Elben“ sagen
Dass wir heute zwischen den beiden Begriffen unterscheiden, verdanken wir vor allem J.R.R. Tolkien (Der Herr der Ringe).
Als sein Werk ins Deutsche übersetzt wurde, bestand Tolkien (der selbst Sprachwissenschaftler war) darauf, den Begriff „Elben“ zu verwenden.
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Sein Grund: Im 18. und 19. Jahrhundert war das deutsche Wort „Elfen“ stark durch die englische Literatur (z. B. Shakespeare) geprägt. Elfen wurden damals oft als kleine, geflügelte, fast kindliche Naturgeister oder Blumenfeen dargestellt (denken Sie an Tinkerbell).
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Die Lösung: Tolkien wollte für seine majestätischen, kriegerischen und unsterblichen Wesen einen Namen, der würdevoller klang und sich von den „niedlichen“ Elfen abhob. Die Übersetzerin Margaret Carroux griff daher auf die ältere deutsche Form „Elben“ zurück.
3. Die moderne Unterscheidung
In der heutigen Fantasy-Literatur hat sich eine inoffizielle Faustregel etabliert:
Elben (High Fantasy)
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Aussehen: Menschengroß, schlank, oft von überirdischer Schönheit.
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Charakter: Weise, oft etwas arrogant oder distanziert, langlebig oder unsterblich.
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Beispiele: Legolas (Herr der Ringe), die Elben in Die Elben von Bernhard Hennen.
Elfen (Märchen & Volksglaube)
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Aussehen: Winzig, oft mit Libellen- oder Schmetterlingsflügeln ausgestattet.
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Charakter: Verspielt, manchmal schelmisch oder launisch, eng mit Blumen und Wiesen verbunden.
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Beispiele: Disney-Feen, die Elfen in klassischen englischen Märchen.
Zusammenfassung
| Merkmal | Elben | Elfen |
| Größe | Menschengroß | Winzig bis klein |
| Flügel | Nein | Oft vorhanden |
| Auftreten | Würdevoll, kriegerisch, weise | Verspielt, zart, naturverbunden |
| Namensherkunft | Althochdeutsch / Tolkien-Prägung | Englische Lehnübersetzung |
Fazit: Wenn Sie von stolzen Bogenschützen in glänzenden Rüstungen sprechen, liegen Sie mit „Elben“ meist richtig. Geht es um kleine Wesen, die in Blüten schlafen, sind es eher „Elfen“.
Hätten Sie Interesse an einer Liste der bekanntesten elbischen Völker aus Tolkiens Universum und was diese voneinander unterscheidet?